Im Boxring: Autogas vs. Diesel mit Partikelfilter



 

 

Das Thema "Nachrüstung von Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge" wird in der Werbung und Politik in diesen Tagen sehr strapaziert.

 

Doch was ist dran am "sauberen Diesel"?

 

Stellen wir doch kurz die zwei wichtigsten Fragen:

 

  • Welche Technik ist im Dauerbetrieb günstiger?
  • Autogas oder Diesel? Was ist besser für unsere Umwelt?

 

RUNDE EINS: Wirtschaftlichkeit

 

Die wichtigsten wirtschaftlichen Aspekte bei der Entscheidung  zwischen Diesel und Autogas sind die Anschaffungskosten, Steuern, Wartung und Kraftstoffkosten.

 

Diesel:

 

Die Nachrüstung eines Partikelfilters in einen Diesel-PKW kostet zwischen 750 und 1000 € und wird vom Staat mit bis zu 330€ gefördert. 

 

Je nach Technik des Partikelfilters kann sich aber der Kraftstoffverbrauch des nachgerüsteten Fahrzeuges erhöhen, bzw. die Leistung entsprechend sinken.

 

Man spart dann den Steueraufschlag für filterlose Dieselfahrzeuge (ab dem 01.04.2007). Dieser beträgt 1,20 € pro 100 Kubikzentimeter Hubraum. Das sind bei einem Dieselfahrzeug mit zwei Litern Hubraum immerhin "gigantische" 24€ im Jahr.

 

Zusätzlich muß der Partikelfilter regelmäßig getauscht werden, dies verursacht Folgekosten.

 

Der Wiederverkaufswert des Fahrzeuges erhöht sich durch den Rußpartikelfilter.

 

Beispiel:

Diesel-PKW, zwei Liter Hubraum: Nachrüstkosten Partikelfilter 800€, Werterhöhung bei Wiederverkauf 500€

Restnutzungsdauer mindestens 12,5 Jahre bis Amortisation!!!

 

Autogas:

 

Die Mehrkosten einer Autogas-Anlage für Fahrzeuge mit Benzin-Motor beträgt etwa 2500€. Die Nachrüstung wird vom Staat derzeit nicht gefördert. Allerdings ist der Treibstoff Autogas bis 2018 steuerbefreit.

 

Der Verbrauch eines Fahrzeuges im Autogas-Betrieb erhöht sich um etwa 10-15%. Da der Treibstoff aber bedeutend günstiger ist (etwa 64 ct/Liter) rechnet sich eine Umrüstung bereits nach einer durchschnittlichen Laufzeit von 30.000 km. Danach spart man je nach Kilometerumfang mehrere tausend Euro an Treibstoffkosten im Jahr. Beispiele finden Sie hier.

 

Die Leistung eines Fahrzeuges im Autogas-Betrieb wird nicht merklich beeinflusst. (Tip: Suchen Sie bei www.youtube.com nach "Autogas").

 

Eine Steuererleichterung für Fahrzeuge mit Autogas-Betrieb wird nicht gewährt. Das Fahrzeug mit Autogas wird aber weiterhin als Benziner eingestuft, ist somit schon alleine deshalb günstiger als ein Dieselfahrzeug (mit und ohne Partikelfilter).

 

Der Wiederverkaufswert eines Fahrzeuges mit Autogas-Anlage erhöht sich.

 

Bei der Autogas-Anlage wird im Rahmen eines normalen Kundendienstes der Gasfilter getauscht.

 

STAND RUNDE EINS: 1:0 für Autogas!

 

 

RUNDE ZWEI: Umweltaspekte

 

Durch die Verbrennung von Kraftstoff entstehen hauptsächlich klimaschädliche Kohlendioxide (CO2), krebserregende Staubpartikel (Ruß) und giftige Stickoxidverbindungen.

 

Diesel:

 

Durch den Einsatz eines Partikelfilters in einen Dieslfahrzeug wird der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 nicht verändert.

 

Durch die Verbrennung von Diesel entstehen hauptsächlich Rußpartikel. Diese werden in modernen Fahrzeugen durch den Einsatz von serienmäßigen Partikelfiltern zu einem hohen Anteil rausgefiltert.

 

An der Wirksamkeit von nachgerüsteten Partikelfiltern ist aber Zweifel angebracht:

 

"Einige Experten zweifeln an der versprochenen Wirkung der nachgerüsteten Filter. Techniker der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in Dübendorf (Schweiz) prüften einen VW Touran 1.9 TDI vor und nach Ausstattung mit einem sogenannten City-Filter. Wie Spiegel-Online am 29. Januar berichtete, verringerte sich die Rußbelastung der Abgase durch den Filtereinbau nur um knapp 40 Prozent. Außerdem beobachteten die Experten eine geringfügige Steigung des Stickstoffoxid (NOx)-Ausstoßes."

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Partikelfilter)

 

Autogas:

 

Im Bertieb mit Autogas verringert sich der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 trotz eines Mehrverbrauchs im Vergleich zu Benzin um etwa 15%.

 

Im Autogas-Betrieb werden im Vergleich zu Diesel/Benzin nur geringe Mengen Ruß, Stickoxide, Benzol, usw erzeugt.

 

Somit trägt der Betrieb mit LPG (Autogas) aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

 

Mehr Informationen zum Thema:

 

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,448914,00.html

 

http://www.umweltbundesamt.de

 

STAND RUNDE ZWEI: 2:0 für Autogas!

 

Fazit:

 

Knock Out in der zweiten Runde!

 

Klarer Sieg in Sachen Wirtschaftlichkeit für Autogas. Natürlich hängen diese Werte von Faktoren wie Ihrem Fahrverhalten ab. Der Trend geht aber klar weg von Dieselfahrzeugen hin zu Fahrzeugen mit wirtschaftlicheren Antriebsformen.

 

Natürlich ist ein direkter Vergleich nur bedingt möglich, da man ein Dieselfahrzeug nicht (oder nur mit großem Aufwand) mit Autogas nachrüsten kann. Aber die Grundaussagen vom "sauberen Diesel" sind doch sehr kritisch zu sehen und man sollte vielleicht doch nicht alles glauben, was einem Politik und Werbung verkaufen möchten...

 

Wenn Sie wissen möchten, wie sich diese Rechnung für Sie darstellt, lassen Sie sich doch einfach von uns kostenlos und unverbindlich beraten!